Wie schnell man sich eine schmerzhafte Sehnenverletzung zuziehen kann, muss ich niemandem erklären. Wenn es trotz aller Vorsicht doch passiert ist, lässt sich einiges für eine schnelle Heilung tun …
„Für das neue Jahr hatte ich mir vorgenommen, ernsthaft mehr Sport zu treiben“, begann mein Patient Daniel* (41) seinen Bericht. Hochmotiviert sei er in der ersten Januarwoche zweimal im Fitnessstudio gewesen und habe sich zusätzlich noch mit seinen Freunden zum Basketballtraining getroffen.
„Das war im Nachhinein wohl doch etwas zu viel“, räumte Daniel selbstkritisch ein. „Gerade weil ich die Monate zuvor eher wenig Sport gemacht hatte und mein Körper die Belastung nicht gewöhnt war.“ Mitten im Basketballmatch mit seinen Freunden habe ihn dann beim Absprung plötzlich ein Schmerz an seiner rechten Ferse durchzuckt, der „nicht von schlechten Eltern war.“

„Erst habe ich mir nichts weiter dabei gedacht, aber der Schmerz blieb auch die nächsten Tage noch sehr präsent, und das Auftreten war die Hölle.“ Zuerst habe er die Stelle gekühlt und den Fuß hochgelegt. Damit hatte Daniel, ohne es zu wissen, schon alles richtig gemacht, denn nach Verletzungen von Sehnen oder Bändern wird geraten, dass sogenannte PECH-Prinzip zu befolgen.
Pech gehabt mit der Sehne? Dann hilft „PECH“ erst recht:
- P wie Pause, also eine Reduktion der Belastung
- E wie Eis, d. h. Kühlen der verletzten Region
- C wie Compression: leichte Druckausübung durch einen Verband (der aber auf keinen Fall zu fest sein darf)
- H wie Hochlagern, um die Schwellung zu reduzieren

Als der Schmerz jedoch nicht nachließ, sei Daniel dann doch zum Arzt gegangen. „Dabei wurde festgestellt, dass meine Achillessehne verletzt war. Zum Glück nicht ganz abgerissen, sonst hätte ich operiert werden müssen. So habe ich nur eine Orthese bekommen und wurde dazu verdonnert, den Fuß zu schonen,“ fasste Daniel zusammen. „Aber das hätte man mir nicht extra sagen müssen.“
Dass die Umsetzung seines Neujahrsvorsatzes dadurch erst mal etwas in die Ferne rücken musste, war dabei noch das Wenigste. „Mir wurde prophezeit, dass Sehnenverletzungen oft sehr langwierig seien.“ Da konnte ich ihm nur beipflichten.
Wieso heilen Sehnen eigentlich so schlecht?
Sehnen verbinden Muskeln mit einem Knochen oder zwei Muskelbäuche untereinander. Die Achillessehnebeispielsweise verbindet den großen dreiköpfigen Wadenmuskel mit dem Fersenbein. Betrachtet man das Sehnengewebe unter dem Mikroskop, kann man viel Bindegewebe mit Kollagenfasern und elastischen Fasern sehen.
Es finden sich nur wenige Nerven und Blutgefäße in den Sehnen, und das ist auch der Grund für die relativ schlechte und langsame Heilung von Sehnenverletzungen: schlechte Blutversorgung.
Trotzdem kann man mit der richtigen Therapie die Heilung der Sehne fördern. Die Entlastung der Achillessehne mittels einer Orthese ist ein wichtiger Teil davon. Die ist steifer als eine Bandage und wird individuell angepasst. So können die gerissenen Anteile der Sehne wieder zusammenwachsen.
Nach der ersten Phase der Ruhigstellung hilft Physiotherapie, zuerst in Teilbelastung, um die Beweglichkeit der Sehne zu verbessern. Aber ich hatte noch eine andere Idee, mit der Daniel die Heilung seiner Sehnenverletzung nachhaltig unterstützen konnte – Sie ahnen schon, worauf ich hinaus will. Es gibt schließlich kaum ein Feld, auf dem die probiotische Medizin nicht Einfluss auf den Heilungsprozess nehmen könnte.
Starker Darm – starke Sehnen!
So ist es längst kein Geheimnis mehr, dass sowohl die Heilung von Knochenbrüchen als auch die Regeneration nach Knorpel- und Sehnenverletzungen durch das Darmmikrobiom (mit) beeinflusst wird. Einerseits zeigen Studien, dass traumatische Verletzungen am muskuloskelettalen System eine Auswirkung auf das Mikrobiom haben.
Jegliche Entzündungsprozesse im Körper tragen schließlich zu einer Schädigung der Darmbarriere bei und können so einen „Leaky Gut“ auslösen, einen „löchrigen Darm“.
Andererseits unterstützen die Bakterien im Darm über die Beeinflussung von Entzündungsprozessen natürlich auch die Heilung von Verletzungen – logisch. Freilich sind Art und Stärke der Entzündung bei Sehnenverletzungen sehr ambivalent:
Direkt nach der Verletzung ist eine akute Entzündungsreaktion des Körpers notwendig, um den Heilungsprozess zu initiieren. Eine zu lang andauernde oder zu starke Entzündung kann allerdings zu einer schlechteren Heilung und langfristigen Beschwerden führen.

Als ich die Tiermodelle erwähnte, in denen der Einfluss des Darmmikrobioms auf die Heilung von Sehnenverletzungen nachgewiesen werden konnte, verdrehte Daniel kurz die Augen, aber er verstand, dass es die Entstehung eines „Leaky Gut“ zu verhindern galt.
Dafür und um die Heilung seiner Achillessehnenverletzung zu beschleunigen, riet ich ihm dringend zur Einnahme von OMNi-LOGiC® Humin, weil die darin enthaltenen speziellen Huminsäuren u. a. einen entzündungshemmenden Effekt haben, indem sie überschießende Immunreaktionen verhindern.
Daneben absorbieren sie Schadstoffe und regen die Becherzellen an, Mucus zu bilden, was wiederum dem Schutz der Darmbarriere zugutekommt. Vor allem aber aktivieren sie die regulativen T-Zellen – was das bedeutet, sehen wir gleich.
Treg-Zellen lassen sich gezielt aktivieren
Eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Immunantwort spielen die regulativen T-Zellen (Treg-Zellen). Diese sind eine spezialisierte Untergruppe der T-Lymphozyten, die die Selbsttoleranz des Immunsystems regulieren. Auch wenn sie häufig mit der Entstehung von Entzündungen assoziiert sind, können Treg-Zellen die Gewebereparatur bzw. das Milieu für die Heilung positiv beeinflussen.

Für die Treg-Zellen-Aktivierung in seinem Immunsystem sowie an seiner verletzten Sehne sollte Daniel zusätzlich Vitamin D supplementieren. Wissenschaftler der Universität Kopenhagen haben nämlich herausgefunden, dass gerade dieses Vitamin von entscheidender Bedeutung für die Funktion der T-Zellen ist.
Und natürlich – wen wundert’s – leistet auch die Ernährung einen Beitrag zu gesunden Sehnen und schnellerer Heilung. Die Art der Ernährung ist freilich entscheidend. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung stärkt nicht nur das Darmmikrobiom, sondern kann auch direkt die Gesundheit unseres muskuloskelettalen Systems unterstützen.
Längst hat sich gezeigt, dass Veränderungen im Mikrobiom durch eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten sowie fermentierten Lebensmitteln die T-Zell-Antwort positiv beeinflussen und Entzündungen reduzieren können (was 1:1 auch auf Sehnenprobleme angewandt werden kann).

Und selbstverständlich können auch bestimmte Probiotika die T-Zell-Differenzierung modulieren und Entzündungen regulieren. Ich habe Daniel deshalb OMNi-BiOTiC® POWER ans Herz gelegt, weil die darin enthaltenen Bakterienstämme die Barrierefunktion der Darmschleimhaut stärken.
Warum dies so wichtig ist? Körperlicher Stress, wie er durch Daniels Verletzung ausgelöst wurde, schwächt nachweislich die Darmschleimhaut, was nicht nur Schmerzen und Krämpfe im Bauchbereich, sondern auch stressbedingte Durchfälle, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen hervorrufen kann.
Dass gerade dieses Probiotikum dafür bekannt ist, oxidativen Stress abzubauen und somit den Alterungsprozess zu verzögern, nahm Daniel wohlwollend zur Kenntnis.
Kollagen und L-Glutamin als wirksame Verbündete
Einer der Hauptbestandteile von Sehnen ist Kollagen. Man kann es in Kapsel- oder Pulverform als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, der Körper kann das wichtige Strukturprotein allerdings auch selbst herstellen. Dafür werden Aminosäuren wie Glycin, Prolin und Hydroxyprolin benötigt.
Ausreichend Glycin kann man beispielsweise über Haferflocken, Hülsenfrüchte oder Erdnüsse zu sich nehmen. Viel Prolin findet sich in Sojabohnen, Dinkelmehl und Linsen. Aus Prolin kann der Körper auch Hydroxyprolin herstellen – dafür wird jedoch ausreichend Vitamin C benötigt!
Auch die Bildung von Kollagen ist abhängig von Vitamin C. Viel Vitamin C findet sich beispielsweise in Sanddorn, Hagebutte oder Johannisbeeren, aber auch in Kohl, Brokkoli oder Paprika.
Unerwähnt blieb bis jetzt noch das L-Glutamin, das Sportler bei der Erholung von Sportverletzungen (!) unterstützt, indem es Muskelregeneration fördert, Muskelabbau reduziert, das Immunsystem stärkt und die Glykogenspeicher auffüllt – und nebenbei auch die Schmerzen reduziert!
Daher sollte Daniel auch META-CARE® L-Glutamin in seine Therapie integrieren 5-10 g/Tag sollten es in seinem Fall schon sein.

Bis hierhin war mir Daniel aufmerksam gefolgt. Er wusste also, wohin die Reise ging: neben all den Mitteln, die ich ihm empfohlen hatte, eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung mit ausreichend Vitamin C, um die Heilung seiner Verletzung zu unterstützen und weiteren Sehnenverletzungen vorzubeugen.
Auch eine ausreichende Aufnahme von Omega 3 Fettsäuren, beispielsweise als Fisch-oder Algenöl, unterstützt die Gesundheit von Sehnen und Gelenken und hat eine entzündungshemmende Wirkung.
„Witzig“, meinte Daniel gutgelaunt, „dieses Jahr gesünder zu essen war sowieso mein zweiter ,guter Vorsatz’. Und da ich sportlich ja noch etwas pausieren muss, kann ich mich jetzt voll und ganz darauf konzentrieren.“ Na, wer sagt’s denn!
Denk’ an die Sehnen – immer erst dehnen!
Zum Schluss gab ich ihm noch einige wichtige Tipps mit auf den Weg, mit denen er weiteren Sehnenverletzungen vorbeugen könnte. Dazu gehört zum Beispiel die Gewöhnung des Körpers an die Bewegung. Denn gleich in der ersten Woche eines neuen Jahres „von null auf hundert“ zu beschleunigen und hochmotiviert intensiv zu trainieren, ohne die Belastung gewohnt zu sein, erhöht das Risiko für Verletzungen – wie Daniel am eigenen Leibe schmerzhaft erfahren musste.
Regelmäßige körperliche Aktivität und eine kleinschrittige Steigerung der Belastung sind da nachhaltiger. Auch sollte er unbedingt auf die richtige Durchführung der Übungen achten – eine Fehlbelastung kann Verletzungen begünstigen!

Vor jedem Training sollte er sich daher Zeit für eine ausreichende Erwärmung und Dehnung nehmen, um Sehnenverletzungen vorzubeugen. „Noch einmal passiert mir ein solcher Fehler nicht, das garantiere ich Ihnen!“
Ich hoffe für ihn, dass ihm das Schicksal gnädig ist – an Verhaltenstipps sollte es ihm jedenfalls nicht mangeln. Mal sehen, über welche Fortschritte mit seiner Achillessehne er mir demnächst berichten kann.
Ihnen, lieber Leser und liebe Leserin, lege ich vor allem die Hinweise zur Risikovermeidung ans Herz. Dann können Sie auf alles andere getrost verzichten!
Herzlich,
Ihre
Dagmar Praßler
* Name geändert
Titelbild: © Niphon Subsri / shutterstock
Maßnahmen bei Sehnenverletzungen
In meinem Blog beschreibe ich regelmäßig Erfahrungen aus meiner Praxis, insbesondere den Verlauf einiger konkreter Behandlungen. Ich weise darauf hin, dass die beschriebenen Verläufe Einzelfälle sind und keine allgemein verbindlichen Rückschlüsse daraus gezogen werden können. Andere Menschen können anders reagieren, auch wenn sie die gleiche Behandlung erfahren. Neben den von mir beschriebenen Produkten gibt es fast immer auch weitere von anderen Herstellern.
Es handelt sich in den Beschreibungen um meine subjektiven Wahrnehmungen, ein Heilversprechen ist darin nicht zu sehen. Bei Beschwerden sollten Sie grundsätzlich ärztlichen Rat oder den einer Heilpraktikerin / eines Heilpraktikers einholen.
Im Wechsel zu den Berichten aus der Praxis widme ich mich hier aber auch (unter dem Rubrum „News“) aktuellen Studien, die ich für erwähnenswert halte oder einen direkten Bezug zum Mikrobiom haben. Auch hier handelt es sich ausschließlich um redaktionelle Beiträge.







