Bei Hitze werden die Nieren schnell sauer!

Mal ehrlich: Wenn’s richtig heiß wird, weil die Sonne mal wieder den Grill anwirft, schützen wir doch als erstes unsere empfindliche Haut. Wer denkt schon an seine Nieren? Dabei leiden die ganz besonders unter der Hitze …

„Ich war ja noch nie ein Fan von heißen Temperaturen“, bekannte mein langjähriger Patient Sebastian* (54), aber dieses Jahr setzt mir die Hitze besonders zu.“ Tja, da war er nicht der einzige, aber seine Beschwerden passten durchaus zu seinem Lebensstil, war er doch beruflich sehr eingespannt und erfüllte alle Kriterien eines „Stresstyps“: Rast- und ruhelos, Bluthochdruck, Akutphasen eines Reizdarmsyndroms.

Seine regelmäßigen Besuche in meiner Praxis waren seinem größten Problem geschuldet: einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Schädigung der feinen Blutgefäße seiner Nieren war schon ziemlich weit fortgeschritten. 

Eine weitere Verschlechterung seiner Nierenfunktion (die für ihn Dialysepflicht bedeutet hätte) konnten wir zwar mit einer engmaschigen Betreuung durch Sebastians Nephrologin verhindern, aber während der ungewöhnlichen Hitzewelle im Juni musste Sebastian sogar drei Tage im Krankenhaus behandelt werden. Der berufliche Stress und die Hitze waren für ihn einfach zu viel.

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„Meine Nierenwerte waren durch die Dehydrierung ziemlich in den Keller gerauscht“, berichtete er, „und ehrlich gesagt hab’ ich mich da schon an der Dialysemaschine gesehen.“ Glücklicherweise hatte sich seine Nierenfunktion seither wieder gebessert – die Dialyse konnte noch mal herausgezögert werden. Aber psychisch angeschlagen war mein Patient schon, und ihn quälte die Frage, „wieso reagieren meine Nieren so empfindlich auf Hitze?“

Tatsächlich bilden so extrem hohe Temperaturen selbst für Nierengesunde ein nicht zu unterschätzendes Risiko, das angesichts des Klimawandels sehr ernst genommen werden muss. Experten rechnen bei einem Temperaturanstieg um 1°C mit einer Erhöhung des Risikos für Nierenerkrankungen um ein Prozent – Nierenprobleme können also durch Hitze entstehen.  

So konnte beobachtet werden, dass es bei solchen Temperaturen selbst junge in der Landwirtschaft tätige Arbeiter trifft: Obwohl sie keine nennenswerten Risikofaktoren aufwiesen, entwickelten sie plötzlich Nierenerkrankungen. Körperlich anstrengende Tätigkeiten und Dehydratation schienen hier offenbar die auslösenden Faktoren zu sein. 

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Nun müssen wir nicht unbedingt auf einem Feld arbeiten, um den Körper über Gebühr zu belasten. Ständige Anspannung im Job, selbst wenn diese am Schreibtisch stattfindet, belastet die Nieren ebenso … und den Darm natürlich auch! 

Stress hat eine erhöhte Cortisolausschüttung zur Folge, die Durchblutung der Muskeln wird gefördert – alles ganz logisch, schließlich sind wir evolutionär darauf konditioniert, unsere Muskeln zu aktivieren, um dem Stressor zu entkommen.

In dieser Situation ruht natürlich unser Verdauungssystem mitsamt der Nierentätigkeit! Klar: Wenn wir uns gegen ein großes Tier wehren müssen, können wir nicht gleichzeitig verdauen und ausscheiden. Das hat die Evolution ganz schlau eingerichtet. 

Wenn Sie’s genau wissen wollen: 

Bei hohen Außentemperaturen versucht unser Körper, die Hitze über die Haut abzugeben. Deshalb wird die Haut überdurchschnittlich gut durchblutet, während die Durchblutung der Organe reduziert wird. Bei zusätzlicher Dehydratation des Körpers, wie sie bei Hitze und erhöhtem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen häufig auftritt, wird die Nierendurchblutung weiter reduziert

Die Entgiftungsfunktion der Nieren kann so empfindlich beeinträchtigt werden, und harnpflichtige Substanzen wie z. B. Harnstoff sammeln sich im Blut an. Auch der Elektrolythaushalt, zu dessen Gleichgewicht die Nieren entscheidend beitragen, kann da schnell aus dem Gleichgewicht geraten. 

All diese Herausforderungen können gerade bei vorgeschädigten Nieren und / oder älteren Menschen, deren Körper im Vergleich zu jungen Menschen einen deutlich geringeren Flüssigkeitsspeicher aufweist, zu einer akuten Nierenschädigung führen. 

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In meinen Vorträgen weise ich immer wieder darauf hin, wie wichtig es gerade bei verstärktem Schwitzen ist, vermehrt auf den eigenen Elektrolythaushalt zu achten. Die Entgleisung der Blutsalze wie Natrium oder Kalium kann nämlich schnell zu kritischen Zuständen führen.

Ob Sie’s glauben oder nicht: Ein niedriger Kaliumwert, wie er bei starkem Schwitzen und hohem Flüssigkeitsverlust schnell entsteht, kann durchaus lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Egal, ob bei jung oder alt!

Auch Sebastian hatte im Rahmen seines Krankenhausaufenthalts neben der akuten Verschlechterung seiner Nierenfunktion mit entgleisten Kaliumwerten zu tun. Dabei spielten auch Nebenwirkungen von Medikamenten eine Rolle: Entwässernde Medikamente („Diuretika“, die zur Therapie von Bluthochdruck eingesetzt werden) führen oft zu einer verstärkten Ausscheidung von Kalium. Zusätzlich steigt bei Hitze unter entwässernden Medikamenten natürlich auch die Gefahr einer Dehydratation. 

Glücklicherweise wurde Sebastian schnell behandelt, und seine Nierenfunktion erholte sich wieder – zumindest auf das Vorniveau. Das ist keineswegs immer der Fall. Bei etwa einem Drittel der Patienten mit akuter Nierenschädigung erholt sich nämlich die Nierenfunktion nicht vollständig.

Gartenbesitzer versorgen ihre Pflanzen bei Hitze manchmal mehrfach am Tag mit Wasser – und vergessen dabei selbst oft das Trinken. Ich kann ein Lied davon singen, denn ich gehöre auch zu denen. Pflanzen brauchen Wasser – aber Menschen ebenso dringend!

„Was ist denn mit Sport?“ wollte mein Patient wissen (um den häuslichen Garten kümmert sich seine Frau …). Auf keinen Fall wollte ich Sebastian davon abraten, körperlich aktiv zu sein. Schließlich wissen wir alle, wie wichtig Bewegung unter anderem für unser Herz-/Kreislauf-System ist, und das gilt natürlich für Menschen mit Nierenerkrankungen gleichermaßen!

Aber so wie ein Südeuropäer kaum auf die Idee käme, während der Tageshitze zu joggen, sollte auch Sebastian Sport oder anstrengende körperliche Tätigkeiten auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.

Dazu muss man jedoch auch wissen: Sportliche Aktivität führt generell zu einer Reduktion der Nierendurchblutung, und eine zusätzliche Durchblutungsreduktion durch Hitze kann schnell negative Folgen für die Nieren haben. 

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Wer also ohnehin „angeschlagene“ Nieren hat, sollte ganz besonders auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten. Die meisten Menschen mit fortgeschrittenen Nierenerkrankungen haben eine ärztlich angeordnete Beschränkung ihrer täglichen Trinkmenge, um die Nieren nicht zu überlasten. Auch Sebastian muss auf seine Flüssigkeitszufuhr achten und soll täglich nicht mehr als 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. 

Die Grundregel „bei Hitze viel trinken“ gilt also für nierenkranke Menschen nur bedingt. Gerade deshalb gilt es übermäßiges Schwitzen und damit Flüssigkeitsverlust zu vermeiden. Bei starker Hitze und hohem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen muss die Trinkmenge gegebenenfalls angepasst werden – hier sollten Betroffene jedoch unbedingt Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin halten. 

Natürlich spielt auch die Auswahl des richtigen Getränks eine Rolle. Bei zu kalten Getränken muss der Körper Wärme produzieren – diese Stoffwechselaktivierung kostet Energie und kann das Schwitzen weiter anregen. 

Zu diesem Thema habe ich übrigens – aus gegebenem Anlass – erst kürzlich einen Podcast aufgenommen:

Klar, zu warme oder gar heiße Getränke führen ebenfalls eher zu einer Erhöhung der Körpertemperatur. Koffeinhaltige Getränke sind aus anderen Gründen bei heißen Temperaturen zu meiden: Die wirken nämlich harntreibend und tragen so zu vermehrtem Flüssigkeitsverlust bei. Hach, es ist aber auch nicht ganz einfach …

Für Sebastian hatte ich allerdings gleich das ideale Sommergetränk parat (mein absoluter Favorit): CHARANTEA®metabolic Lemongrass-Mint. Morgens heiß aufbrühen, abkühlen lassen, ein Spritzer Zitrone dazu – herrlich. Keinen Ingwer dazu und keinen Zimt, weil beides wärmt und eher geeignet ist für den Winter. 

Der Geschmack von Zitronengras und Minze hingegen ist sommerlich stimmig und – leicht gekühlt – perfekt für warme Tage. Außerdem ist dieser Tee mit dem darin enthaltenen (stoffwechselfördernden!) Bittergurke-Extrakt super für „Stresstypen“ wie Sebastian. 

Falls sich körperliche Aktivität bei Hitze partout nicht vermeiden lässt, ist die Auswahl des richtigen Getränks entscheidend. Gerade bei längerer Anstrengung über zwei Stunden empfiehlt sich ein kohlenhydrat- und elektrolytreiches Getränk – so können die durchs Schwitzen entstehenden Verluste ausgeglichen werden.

Und wenn Ihnen noch nicht warm genug ist, gibt es hier Tipps zum Schwitzen:

Am besten greift man zu Elektrolytlösungen (hypotonen Getränken), die im Dünndarm schnell aufgenommen werden. Hier haben die Apotheken einiges zu bieten. Ich empfehle gern den OMNi BiOTiC® ViTAL Elektrolyt-Komplex, der in Wasser aufgelöst wird und praktischerweise Elektrolyte, Kohlenhydrate und postbiotische Bestandteile vereint. Schmeckt leicht süßlich und lässt sich wunderbar trinken.

Ein anderer Tipp aus der Apotheke ist der Pfefferminzroller: Das darin enthaltene Menthol stimuliert die Kälterezeptoren der Haut. Aufgetragen auf Schläfen, Nacken oder Handgelenke sorgt er für einen sofortigen Cool-Kick. Nur nicht ins Auge laufen lassen! 

Dass es zwischen einer möglichen Dysbiose des Mikrobioms und einer chronischen Nierenerkrankung einen ziemlich direkten Zusammenhang gibt, habe ich schon mehrfach thematisiert. Wie Sie die Darm-/Nieren-Achse durch bewusste Ernährung unterstützen können, erfahren Sie hier:

Auch Hitze ist ein möglicher Auslöser einer Dysbiose (Fehlbesiedlung). Studien konnten bereits zeigen, dass Hitzestress eine Veränderung der Darmmikrobiota auslösen kann, indem sich hitzetolerante Bakterienstämme zu Lasten empfindlicher, nützlicher Bakterien vermehren. Mehr schädliche Bakterien aber produzieren auch mehr Toxine, und die verschlechtern die Nierenfunktion weiter!

Wie das geht? Unser Darmmikrobiom beeinflusst maßgeblich die Entstehung urämischer Toxine: Bestimmte, potenziell pathogene Darmbakterien spalten Proteine und Aminosäuren aus der Nahrung auf und wandeln sie in Vorstufen von Giftstoffen um. Bei einer schwachen Nierenfunktion reichern sich diese schädlichen Abbauprodukte im Blut an und belasten den Körper.

Auch die Darmschleimhaut kann unter den erhöhten Temperaturen leiden, was dann beispielsweise eine verringerte Nährstoffaufnahme nach sich zieht. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass eine Dysbiose des Darmmikrobioms und die Entstehung eines „Leaky gut“ eine Rolle bei der Entstehung akuter Nierenschädigungen spielt.

Umso wichtiger galt es für Sebastian, alles zu tun, um eine Dysbiose und die unweigerlich folgende Schädigung der Darmbarriere zu vermeiden. Ob er weiter jenes Probiotikum einnehmen solle, das ich ihm empfohlen hatte? Auf jeden Fall. 

OMNi BiOTiC® Aktiv mit seinen fünf Milliarden Bakterien aus elf Bakterienstämmen pro Portion kann zwar die nächste Hitzewelle auch nicht verhindern, … aber zumindest seine Darmmikrobiota stärken und ihn so hoffentlich noch eine ganze Weile vor einer Dialysepflichtigkeit bewahren.

Diesseits aller Tipps für Nierengeschädigte gilt für uns alle in diesen heißen Zeiten: immer einen kühlen Kopf bewahren und an die eigene Wasserversorgung denken!

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Herzlich, Ihre
Dagmar Praßler

* Name geändert

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