RSV – war da nicht was? Schon einmal habe ich über das tückische Respiratorische Synzytialvirus geschrieben, das vor allem die Jüngsten und die Ältesten unter uns bedroht. Doch jetzt haben Forscher offenbar ein erfolgversprechendes Mittel dagegen gefunden.
Eine Ansteckung mit dem Respiratorischen Synzytialvirus (RSV) kann böse Folgen haben: Speziell Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen sind dann anfällig für eine Lungenentzündung, die oftmals eine Krankenhausbehandlung und künstliche Beatmung erfordert.
Eine besonders schlechte Prognose gibt es, wenn bereits eine Erkrankung – etwa des Herzens oder der Lunge – vorliegt. Und selbst nach der Genesung sind einmal infizierte Personen nicht vor Schwierigkeiten beim Atmen gefeit. Schlimmer noch: Im Laufe ihres Lebens können sie sich immer wieder anstecken!
Grund genug für die STIKO (Ständige Impfkommission), für alle Neugeborenen und Säuglinge in Deutschland in ihrer ersten „RSV-Saison“ eine RSV-Prophylaxe zu empfehlen. Da es aber nach wie vor keine ursächliche Behandlung gegen RSV-Infektionen oder deren Folgen gibt, kommt diese skurrile Meldung wie gerufen:
„Langjährig tätige Kinderärzte könnten eine unerwartete Quelle breit neutralisierender Antikörper gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) bei Säuglingen sein.“ Man stutzt unwillkürlich, aber der Zusammenhang, wie er in einem Artikel im Ärzteblatt * beschrieben wird, hat etwas Folgerichtiges:
„Wer täglich hustende und schniefende Kinder behandelt, entwickelt offenbar nicht nur Gelassenheit, sondern auch besonders wirksame Antikörper.“

Aufgefallen war dies chinesischen Forschern, die auf der Suche nach besonders potenten neutralisierenden Antikörpern gegen RSV „das Blut von 10 Pädiaterinnen und Pädiatern mit jeweils mehr als 10 Jahren Berufserfahrung“ untersuchten und dabei „Proben von 14 gesunden Erwachsenen als Kontrolle“ nutzten.
Blutspendende Kinderärzte im Kopfkino
Insgesamt „isolierten die Forschenden aus den Gedächtnis-B-Zellen der Mediziner mehr als 50 potente neutralisierende Antikörper gegen RSV“, die sich „in Tiermodellen mit Mäusen und Ratten“ als wirksam erwiesen, nicht nur vor einer Infektion mit RSV schützen zu können, sondern „bestehenden monoklonalen Antikörpern deutlich überlegen“ zu sein.
Monoklonale Antikörper sind Eiweißmoleküle, die wie ein „Schlüssel-Schloss-Prinzip“ absolut spezifisch an ein einziges Krankheitsmerkmal (Antigen) binden, also zum Beispiel an das RS-Virus. Aber eben auch nur an dieses.
Dieses Ergebnis kann langgediente Kinderärzte wie den australischen Pädiater Trent Calcutt nicht überraschen, der seine Erfahrungen so zusammenfasste: „Ich arbeite nun seit 10 Jahren mit pädiatrischen Patientinnen und Patienten, und in meinen ersten Jahren hatte ich wahrscheinlich 2 bis 3 nennenswerte Atemwegserkrankungen pro Jahr, während ich heute ein ganzes Jahr ohne solche Erkrankungen verbringen kann.“

Für die chinesischen Forscher rückt damit explizit „medizinisches Personal mit langjähriger, wiederholter Exposition gegenüber respiratorischen Erregern“ aufgrund der wiederholten Antigenstimulation ins Visier – als „potenziell wertvolle Quelle für besonders breit neutralisierende Antikörper“.
Hier startete sofort das „Kopfkino“ – ich stellte mir reihenweise Ärzte in der Blutspende vor … obwohl die Idee etwas hat. Und künftig auch real werden könnte. Weitere, humane Studien sollen folgen und den Beweis erbringen, dass derartige Antikörper den Menschen, insbesondere Kleinkinder, gleich vor mehreren schweren Atemwegsinfektionen schützen können.
Was wir jetzt schon wissen: Selbstverständlich spielt die Darm-/Lungen-Achse eine entscheidende Rolle bei allen Arten von Infektionen der Luftwege. Schließlich sind beide Organe wie Bruder und Schwester mit gleichem Ursprung. In diesem Zusammenhang habe ich ausführlich über die RSV-Infektion geschrieben:
Freilich gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht die hier vorliegende Studie, aber schon damals habe ich ein Therapeutikum beschrieben, das für diesen Fall optimal geeignet ist: das Multispezies-Probiotikum OMNi-BiOTiC® Pro-Vi 5, dessen Leitkeimstämme nachweislich antiviral wirken und gerade bei hoher Belastung mit Viren in der Luft und anderen Erregern unser Immunsystem zu Höchstleistungen antreibt. OMNi-BiOTiC® Pro-Vi 5 ist für Kinder ab 3 Jahren geeignet. Säuglinge profitieren in den ersten Lebensjahren von OMNi-BiOTiC® PANDA als Immun-Booster.
So sind wir glücklicherweise nicht gezwungen, reihenweise Pädiater oder pädiatrisch arbeitende Heilpraktiker zur Ader zu lassen, von den Apothekern ganz zu schweigen, die schließlich auch als Reservoir für alle möglichen Antikörper herhalten könnten. Ein Hoch auf die probiotische Medizin!
Herzlich, Ihre
Dagmar Praßler
* Alle wörtlichen Zitate entstammen einem Artikel, der erst kürzlich (März 2026) auf dem Online-Portal des Ärzteblatt veröffentlicht wurde. © all/aerzteblatt.de
Quelle: https://www.aerzteblatt.de/news/antikorper-aus-kinderarzt-blut-zeigen-breite-wirkung-gegen-rsv
Titelbild: © Obaidul Rahman / shutterstock
Respiratorisches Synzytial-Virus
In meinem Blog beschreibe ich regelmäßig Erfahrungen aus meiner Praxis, insbesondere den Verlauf einiger konkreter Behandlungen. Ich weise darauf hin, dass die beschriebenen Verläufe Einzelfälle sind und keine allgemein verbindlichen Rückschlüsse daraus gezogen werden können. Andere Menschen können anders reagieren, auch wenn sie die gleiche Behandlung erfahren. Neben den von mir beschriebenen Produkten gibt es fast immer auch weitere von anderen Herstellern.
Es handelt sich in den Beschreibungen um meine subjektiven Wahrnehmungen, ein Heilversprechen ist darin nicht zu sehen. Bei Beschwerden sollten Sie grundsätzlich ärztlichen Rat oder den einer Heilpraktikerin / eines Heilpraktikers einholen.
Im Wechsel zu den Berichten aus der Praxis widme ich mich hier aber auch (unter dem Rubrum „News“) aktuellen Studien, die ich für erwähnenswert halte oder einen direkten Bezug zum Mikrobiom haben. Auch hier handelt es sich ausschließlich um redaktionelle Beiträge.


