Das „Sonnenvitamin“ meint es gut mit Krebspatienten

Wer häufiger auf diesem Portal unterwegs ist, hört mich bestimmt nicht zum ersten Mal sagen: Checken Sie Ihren Vitamin-D-Status! Warum dies gerade Krebspatienten nicht egal sein sollte, zeigen neue Erkenntnisse aus der Forschung.
Wer häufiger auf diesem Portal unterwegs ist, hört mich bestimmt nicht zum ersten Mal sagen: Checken Sie Ihren Vitamin-D-Status! Warum dies gerade Krebspatienten nicht egal sein sollte, zeigen neue Erkenntnisse aus der Forschung.

Zwar kann der menschliche Körper einen gewissen Teil des benötigten „Sonnen-Vitamins“ selbst produzieren, aber in den meisten Fällen reicht das nicht aus. Jenseits von 40 Jahren nimmt dann die Eigensynthese rapide ab. Gerade in der dunklen Jahreszeit sollten wir uns also vor Mangelerscheinungen schützen. 

Dabei geht es nicht nur um allgemeine Erschöpfungszustände oder etwa den gefürchteten „Winter-Blues“, auch nicht nur um eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte und unsere Knochengesundheit.

Vitamin D ist vielmehr an zahlreichen Stoffwechselprozessen im Organismus beteiligt. Eine Unterversorgung macht sich also auf vielerlei Weise bemerkbar – sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene.

© Von Creatopic @ shutterstock_1286112310

Schon länger wird vermutet, dass besonders Ältere undTumorpatienten von einem Vitamin-D-Mangel betroffen sein könnten. So wurde bereits in mehreren Studien untersucht, ob eine Supplementierung des „Sonnenvitamins“ womöglich die Entstehung von Krebs verhindern oder zumindest die Prognose von Krebskranken verbessern könnte. Ganz so weit ist man noch nicht. Durch Vitamin D lässt sich eine Krebserkrankung bisher nicht nachweislich verhindern, aber …

Eine am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) durchgeführte Metaanalyse* hat gezeigt, dass eine tägliche Supplementierung dieses wichtigen Vitamins offenbar die Krebssterblichkeit senken kann. Wie das? Wird Personen, die an Krebs oder Krebsvorstufen erkrankt sind, Vitamin D verabreicht, scheinen die Serumspiegel von Entzündungsmarkern zu sinken.

Dies ist insofern sehr erfreulich, als hohe Spiegel an Entzündungsmarkern generell mit einem „ungünstigen Ausgang“ der Erkrankung – sprich: einem erhöhten Risiko der Sterblichkeit – assoziiert werden. Beobachtet wurde dieser Zusammenhang insbesondere bei Patienten mit Darm-, Brust-, Pankreas-, Leber- und Prostatakrebs.

Den Forschern erschien es jedenfalls „plausibel, dass eine Vitamin D-Supplementierung den entzündungsfördernden Prozessen entgegenwirkt und damit den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen kann“.

© Anita van den Broek @ shutterstock_598972061

Konkret konnte in der Gruppe, der Vitamin D verabreicht wurde, ein „deutlich niedrigerer Serumspiegel des entzündungsfördernden Tumor-Nekrosefaktors alpha (TNF alpha)“ festgestellt werden. (Dies im Vergleich zu den Patienten der Placebogruppe, die ebenfalls „bereits zu Studienbeginn an Krebs oder einer Krebsvorstufe“ gelitten hatten.)

Das gleiche galt für Interleukin 6 (IL-6), ebenfalls ein entzündungsfördernder und gewebsschädigender Botenstoff des Immunsystems. Auch die Messgröße von Entzündungen im Körper, das CRP (C-reaktives Protein) sank deutlich. 

Wie sich „dieser neue Ansatz auf das Entzündungsgeschehen, die Lebensqualität und die Prognose der Patienten“ langfristig auswirken könnte, bleibt abzuwarten. Schon jetzt stimmen die Resultate hoffnungsfroh.

Warum ich aus meiner ganzen Erfahrung heraus immer wieder auf die Bedeutung ausreichender Vitamin-D-Versorgung verweise, hat indes nicht nur mit Krebserkrankungen zu tun. Vielmehr ist erwiesen, dass Vitamin D auch die „Tight Junctions“ stabilisiert, also die Verbindungen zwischen den Darmepithelzellen stärkt. Bei einem unzureichenden Vitamin-D-Spiegel kann die Darmpermeabilität zunehmen – die Entwicklung eines „Leaky Gut“ ist dann nicht mehr weit, einer chronischen Entzündungsreaktion im Körper sind Tür und Tor geöffnet. 

Über das Leaky-Gut-Syndrom habe ich hier ausführlich berichtet:

Zudem unterstützt Vitamin D die Schleimschicht, die vom Darm ausgehend unseren gesamten Körper durchzieht. Es nimmt Einfluss auf die Becherzellen, die Muzinproduktion und die Schleimhautregeneration. Und letztlich bremst Vitamin D überschießende Entzündungen. Wie wichtig gerade diese Eigenschaft ist, zeigen die Erkenntnisse aus der vorliegenden Metastudie.

Sie können Ihren Vitamin-D-Status beim Hausarzt überprüfen lassen. Auch viele Apotheken bieten den Test direkt vor Ort an. Für den Schnelltest reicht nämlich ein kleiner Tropfen Kapillarblut aus der Fingerkuppe aus.

© H_Ko @ shutterstock_2776489663

Wenn dann eine Supplementierung angeraten ist, kann ich ein hoch dosiertes Vitamin D3 z. B. von META-CARE® als „Sonnenenergie für das Immunsystem“ empfehlen, das mit Vitamin K2 kombiniert und sehr gut bioverfügbar ist. 

Zur Basis-Versorgung des Darmmikrobioms – diesseits jeder Krebserkrankung – plädiere ich grundsätzlich für eine regelmäßige Einnahme eines Multispezies-Probiotikums wie z. B. eines, das mit seinen sechs zentralen Leitkeimstämmen den Darm „von oben bis unten“ besiedelt und eine positive Wirkung auf das Immunsystem hat. Und das ist zweifellos die beste Vorsorge gegen alle möglichen Krankheiten. Fragen Sie am besten in Ihrer Apotheke danach. 

Herzlich, Ihre
Dagmar Praßler

* Vgl. https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/pharmazie/vitamin-d-einnahme-senkt-krebssterblichkeit

Titelbild: © Beautiful landscape @ shutterstock_2476065477

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