Unser nachlässiger Lebensstil, der von hochverarbeiteten Lebensmitteln und mangelnder körperlicher Aktivität geprägt ist, schlägt massiv zurück: Gerade für falsche Ernährung … rächt sich nämlich das Herz! Die Lösung liegt in der Erkenntnis, dass ballaststoffreiche Nahrung immer noch unser bester Verbündeter ist, wenn uns ein langes Leben am Herzen liegt.
In Europa sterben jedes Jahr rund 600.000 Menschen vorzeitig durch ernährungsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In unserer zivilisierten Welt. Das muss man sich mal vorstellen! Nun können wir mit so einer abstrakten Zahl zwar wenig anfangen – selbst wenn es weiter heruntergebrochen wird und man erfährt, dass davon allein „etwa 112.000 auf Deutschland“ * entfallen. Aber eine Ahnung von der Größenordnung bekommen wir schon.
Die Zahlen basieren auf einer „Analyse von 54 Ländern in der europäischen Region und Zentralasien“, in der „die Bedeutung der Ernährung für kardiovaskulär bedingte Todesfälle im Zeitraum zwischen 1990 bis 2019 untersucht“ wurde. Dabei kam heraus, dass „jeder 6. Todesfall in Europa auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen“ ist und speziell „bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen rund 1/3 der Todesfälle mit einer Fehlernährung assoziiert“ sind.

Das sind fraglos schockierende Zahlen, aber wie wird „unausgewogene Ernährung“ bzw. „Fehlernährung“ eigentlich definiert? Eine der Autorinnen der Studie beklagt: „Es sind leider immer wieder die gleichen Lebensmittel, von denen wir entweder zu wenig oder zu viel essen. Insbesondere gehören zu den negativen Einflussfaktoren der Verzehr von zu wenig Vollkornprodukten (21 %) und zu wenig Hülsenfrüchten (15 %), gefolgt von einer Ernährung mit zu viel Salz(12 %) und zu viel rotem Fleisch (9 %).“
Immer wieder die gleichen Fehler
Es wurden in dieser umfassenden Studie „13 unterschiedliche Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 13 verschiedene Ernährungsfaktoren untersucht“, und dabei wurden andere, zu Recht gefürchtete „Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Alkoholkonsum und eine zu hohe Energiezufuhr, die Übergewicht und Diabetes mellitusTyp 2 verursachen kann, noch gar nicht berücksichtigt.“

Mit anderen Worten, und dies räumen auch die Autoren der Studie ein: Der tatsächliche Effekt einer falschen Ernährung auf die Herzgesundheit dürfte letztlich noch größer sein! Umso wichtiger, dass wir uns noch mal vor Augen halten, wie sich eine ausgewogene Ernährung mit Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten positiv auf die Herzgesundheit auswirkt.
Der zentrale Vermittler dieser Effekte – Überraschung – ist die Darmmikrobiota – also die Gemeinschaft der Mikroorganismen im Darm. Die Wechselwirkungen zwischen Ernährung, Darmbakterien und Herz-Kreislauf-System wurden immer wieder durch Studien bestätigt.
Und es ist nun mal so, dass Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Bohnen, Kichererbsen) und Vollkornprodukte (z. B. Hafer, Vollkornbrot, Gerste) reich an löslichen und unlöslichen Ballaststoffen sind, die sich direkt auf Risikofaktoren für Herzkrankheiten auswirken.
So segensreich wirken Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte:
- Sie senken das LDL-Cholesterin: Lösliche Ballaststoffe binden Gallensäuren im Darm, d. h. der Körper kann Cholesterin zur Neubildung nutzen, in der Folge sinkt das LDL.
- Sie stabilisieren den Blutzucker: Ballaststoffe verlangsamen die Aufnahme von Kohlenhydraten, es kommt zu weniger Blutzuckerspitzen, wodurch das Risiko für Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes sinkt.
- Sie enthalten Kalium, Magnesium und pflanzliche Proteine, die mit niedrigeren Blutdruckwerten verbunden sind.
All diese Faktoren reduzieren in der Summe das Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Man kann also sagen: Ballaststoffe retten Leben!
Hinzu kommt: Ballaststoffe aus Hülsenfrüchten und Vollkorn werden im Dünndarm nicht vollständig verdaut. Sobald sie in den Dickdarm gelangen, dienen sie als Nahrung für Darmbakterien (Präbiotika). Und dort entstehen wichtige Stoffwechselprodukte, z. B. kurzkettige Fettsäuren (Short-Chain Fatty Acids), vor allem Butyrat, Propionat und Acetat.

Von denen weiß man wiederum, dass sie mehrere herzschützende Wirkungen haben: Sie hemmen Entzündungen, was die Gefahr einer Arteriosklerose einhegt, die ja von chronischen Entzündungen befeuert wird.
Außerdem verbessern kurzkettige Fettsäuren die Gefäßfunktion, indem sie die Bildung von Stickstoffmonoxid unterstützen, beeinflussen den Fettstoffwechsel und wirken auf Rezeptoren in Gefäßen und Nieren, die den Blutdruck beeinflussen.
Kurzkettige Fettsäuren zu unserer Rettung!
Deutlicher lässt sich kaum sagen, wie lohnend eine konsequente Ernährungsumstellung hin zu mehr Hülsenfrüchten und Vollkorn wäre. Leider erreicht diese simple Botschaft längst nicht jeden, wenn sie denn überhaupt zu einem Innehalten führen könnte.
Eine nachlässige Ernährung mit zu viel (verstecktem) Zucker, ungesunden Fetten und künstlichen Zusatzstoffen sowie mangelnde Bewegung prägen nun mal den Lebensstil von immer mehr Menschen, und das spiegelt sich dann in deren Darmflora wider – wichtige Bakterien werden in ihrer Anzahl und vor allem in ihrer Diversität reduziert.
Gerade denen würde ich daher ein Probiotikum „ans Herz legen“, das speziell entwickelt wurde, um die Darm-/Herz-Achse zu unterstützen: OMNi-BiOTiC® METAtox zielt auf die Wechselwirkungen zwischen Darmmikrobiom, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System, wie zahlreiche Studien gezeigt haben.
In den Ergebnissen war eine deutliche Reduktion kardiovaskulärer Parameter wie Cholesterin, Triglyceriden und Entzündungsmarkern zu sehen. Sogar das Bauchfett wurde reduziert. Unterstützt werden sollten die Darmbakterien in jedem Fall durch Präbiotika, also durch gezielte Ballaststoff-Gabe, z. B. mit fibregum®, einer patentierten Akazienfaser.
Eines ist klar: Eine größere bakterielle Vielfalt erzeugt nicht nur ein besseres „Bauchgefühl“, sie bewahrt uns offensichtlich auch vor einem vorzeitigen Herztod!

Hat der hier zitierte Bericht „erneut das große präventive Potenzial einer ausgewogenen Ernährungsweise für die Herzgesundheit“ belegt, so schließt er auch mit dem versöhnlichen Hinweis: „In Deutschland haben wir noch viel Luft nach oben und könnten viele vorzeitige Todesfälle verhindern.“ Dem muss ich nichts mehr hinzufügen außer: Essen Sie gesund und genießen Sie Ihr langes Leben!
Herzlich, Ihre
Dagmar Praßler
* Alle wörtlichen Zitate entstammen einem Artikel, der im Mai 2024 auf dem Online-Portal des Ärzteblatt veröffentlicht wurde.
© EB/gie/aerzteblatt.de
Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/151128/Jeder-dritte-kardiovaskulaere-Todesfall-geht-auf-falsche-Ernaehrung-zurueck
Titelbild: © Jelena Stanojkovic / shutterstock
Kardiovaskuläre Todesfälle
In meinem Blog beschreibe ich regelmäßig Erfahrungen aus meiner Praxis, insbesondere den Verlauf einiger konkreter Behandlungen. Ich weise darauf hin, dass die beschriebenen Verläufe Einzelfälle sind und keine allgemein verbindlichen Rückschlüsse daraus gezogen werden können. Andere Menschen können anders reagieren, auch wenn sie die gleiche Behandlung erfahren. Neben den von mir beschriebenen Produkten gibt es fast immer auch weitere von anderen Herstellern.
Es handelt sich in den Beschreibungen um meine subjektiven Wahrnehmungen, ein Heilversprechen ist darin nicht zu sehen. Bei Beschwerden sollten Sie grundsätzlich ärztlichen Rat oder den einer Heilpraktikerin / eines Heilpraktikers einholen.
Im Wechsel zu den Berichten aus der Praxis widme ich mich hier aber auch (unter dem Rubrum „News“) aktuellen Studien, die ich für erwähnenswert halte oder einen direkten Bezug zum Mikrobiom haben. Auch hier handelt es sich ausschließlich um redaktionelle Beiträge.







